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Bergwandern im Hochschwarzwald
Abschlußbericht einer Modellmaßnahme der Naturfreundejugend Deutschlands
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Vorbereitung und Einstimmung
Zunächst wurde ein Vorbereitungstreffen organisiert, an dem alle 14 Teenies sowie die
4 Betreuer und Betreuerinnen der Maßnahme teilnahmen. Die Gruppe setzte sich aus Jungen
und Mädchen im Alter zwischen 12 und 16 Jahren zusammen. Alle kamen aus dem "Flachland"
aus Rheinland-Pfalz und hatten praktisch keinerlei Bergwandererfahrung.
Nachdem das Zielgebiet vorgestellt wurde, galt es, die Wünsche und Erwartungen, aber auch
Dinge, die keinesfalls durchgeführt werden sollten, von den Teenies zu erfragen. Die
Ergebnisse der Gesprächsrunde und einer ergänzenden schriftlichen Befragung bildeten die
Grundlage für die endgültige Programmgestaltung. Interessant war in diesem Zusammenhang,
dass rund 1/3 der Kids dem Wandern im allgemeinen eher negativ gegenüberstanden und es vor
allem als "langweilig" oder "doof" bezeichneten. Demgegenüber gab es eine ähnlich große
Gruppe, die Wandern sehr positiv bewertete. Die meisten freuten sich besonders darauf,
während der Maßnahme Spaß zu haben, endlich einmal von den Eltern weg zu sein, neue "Leute"
kennenzulernen und neue Bekanntschaften zu knüpfen. In puncto inhaltlicher Programmvorschläge
gab es vorab relativ wenig konkrete Vorstellungen; der Wunsch, Spiele durchzuführen, mal
bummeln zu gehen oder die Natur auf andere Art zu erleben, gehörten beispielsweise dazu.
Ein Teil der Teilnehmer hatte keine Lust, Küchendienst zu schieben oder früh ins Bett zu
gehen; viele antworteten auf die Frage, was sie auf keinen Fall machen wollten, mit einen
spontanen "sich langweilen".
Da für die Maßnahme eine feste Unterkunft in einem vollbewirtschafteten Naturfreundehaus
knapp unterhalb des Feldberggipfels gebucht war, entfielen weitere Planungen mit der Gruppe
hinsichtlich Quartiersuche oder Selbstverpflegung. Trotz dieser Ausgangslage war es unser
Wunsch, noch im Vorfeld einen gewissen Einfluß, beispielsweise auf den Speiseplan vor Ort,
nehmen zu können. Daher wurde beim Vorbereitungstreffen auch dieses Thema offen angesprochen.
Es ging jedoch nicht darum, bestimmte Lieblingsgerichte abzufragen, sondern eher Speisen
auszumachen, die viele - vielleicht sogar alle - ablehnen würden. Die so ermittelte
Negativ-Hitliste wurde mit Abstand vom Rosenkohl angeführt, dicht gefolgt von Spinat und
Fisch auf den Plätzen zwei und drei. Und auch die Wünsche einer Vegetarierin wollten
berücksichtigt sein.
Für die konkrete Programmgestaltung ergab sich nach der Einholung des Meinungsbildes
innerhalb der Gruppe eine Zweiteilung für die geplante Maßnahme. Zunächst wollten wir
eine thematische Einführung realisieren. Kennenlernen der Region, das Wandern in den Bergen,
erste Erfahrungen mit Natur, Landschaft, Land und Leuten sollten den Einstieg ermöglichen.
Daran anschließend galt es, die Jugendlichen selbst aktiv werden zu lassen, das Programm selbst
in die Hand zu nehmen, eigene Wünsche und Entscheiungen in die Tat umzusetzen. Voraussetzung
dafür war eine sehr offene und flexible Planung, die Platz für Alternativen und Spontanes
ließ und bei der sich die Teamer in vielen Situationen bewußt zurücknehmen mußten.
Die Reise beginnt...
Die Anreise in den Schwarzwald erfolgte sanfttouristisch mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Der Eurocity brachte uns bis Freiburg Hauptbahnhof, anschließend ging es mit der deutlich
langsameren Höllentalbahn durch malerische Landschaftsteile des Schwarzwaldes nach Hinterzarten.
Hier hieß es umsteigen und weiter per Wanderbus bis zum Fuße des Feldberges. Doch die sukzessive
Entschleunigung bei der Anreise war damit noch nicht beendet. Von der Bushaltestelle führte ein
steiler ca. 40 minütiger Weg bergan zu unserem Quartier, dem Naturfreundehaus Feldberg. Dies war
sozusagen die erste kleine Bergtour - und das auch noch mit vollem Gepäck. Für einige Teilnehmer
geriet der Anstieg zur echten Herausforderung. Doch nicht nur der steile Weg, auch die extreme
Veränderung des Wetters war bemerkenswert. Im Tal in Freiburg herrschte ein mildes und sonniges
Klima, hier oben auf dem Berg wehte ein eiskalter Wind bei Frosttemperaturen. Gut, dass alle
ihren Schal, ihre Mütze und ihre Handschuhe parat hatten.
Naturfreundehaus Feldberg
Das Naturfreundehaus Feldberg liegt an der Nordseite des Berges auf einer Höhe von 1342 m über
dem Meeresspiegel. Es ist ein Haus im typischen Schwarzwaldstil und eignet sich besonders für
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| Naturfreundehaus Feldberg, als Kinder- und Jugendbildungsstätte ausgerüstet. |  |
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Gruppenaufenthalte. In der angeschlossenen Kinder- und Jugendumwelt-bildungsstätte steht eine
pädagogische Fachkraft für bestimmte Programmpunkte zur Verfügung. Schwerpunkte sind Umwelterziehung
und Umweltbildung mit Kindern und Jugendlichen. Je nach Alter stehen spielerische Naturerfahrung
oder Projektarbeit im Bereich Biologie, Geologie oder Naturschutz im Vordergrund. Hier sind nicht
nur Naturfreunde-kinder- und -jugendgruppen angesprochen, sondern auch Schulklassen und andere Träger
der Kinder- und Jugendarbeit.
Zu Beginn unseres Aufenthaltes stand die Erkundung des Hauses und der näheren Umgebung an. Die
Teilnehmer durften sich nach Abmeldung beim Betreuerteam in Kleingruppen frei in der näheren
Umgebung des Naturfreundehauses bewegen (Einverständniserklärung der Eltern lag vor). So wurden
erste Eindrücke gesammelt, wurde eine erste Orientierung vorgenommen und das Einleben erleichtert.
Auf Tour - dem Gipfel entgegen
Für den programmatischen Einstieg sorgte Fritz, ein pensionierter Lehrer, engagierter Naturfreund
und intimer Kenner des Schwarzwaldes, der Zeit seines Lebens hier ansässig war und ist: kurz gesagt,
ein kundiger "Ureinwohner". Unter seiner Anleitung fand die erste Wanderung zum Gipfel des
Feldberges statt.
Auf dieser ersten Gipfeltour gab es zunächst eine kurze und intensive Einführung in die
Entstehungsgeschichte des Schwarzwaldes. Vor allem die letzte Eiszeit hat die Landschaft
maßgeblich geprägt. Vom Eis ausgeschliffene Täler in U-Form, Rundhöcker durch Gletscherschliffe,
Seen, die zum Teil noch erhalten, zum Teil verlandet oder vermoort sind und natürlich Endmoränen,
die die Gletscher in den hintersten Talwinkeln zurückgelassen haben, sind Zeugen dieser Periode.
Doch nicht nur erdgeschichtliches, Geo- und Biologie wurden am praktischen Beispiel erläutert.
Auch die Menschen im Gebirge waren ein wichtiges Thema. Und natürlich die Besucher, also Wanderer
und Touristen. Eine kleine Gedenkplatte am Wegesrand erinnerte an den Tod eines Bergwacht-Mannes,
der hier ums Leben kam, als er verunglückte Touristen am Feldberg retten wollte. Anlass, auch
unsere Wandergruppe noch einmal daran zu erinnern, die eigenen Fähigkeiten nicht zu überschätzen
und nicht zu übertreiben - man gefährdet sonst leicht sich selbst oder andere.
Nachmittags rundete eine freiwillige Spontanwanderung mit der gesamten Gruppe den ersten echten
Wandertag ab. Herrschte mittags noch sehr klares Wetter mit Weitsicht bis in die Alpen, so zog
nun immer stärkerer Nebel auf. Nebelschwaden, die vom Nordostwind an den Hängen herabgedrückt wurden
und teilweise wie kleine Lawinenabgänge aussahen, waren unsere Begleiter auf dem Weg zurück zum
Naturfreundehaus. Die Gruppe blieb dicht zusammen. Der Wetterwechsel war beeindruckend und die
"Nebellawinen" laut einhelliger Meinung unserer Teilnehmer "voll stark". Alle sehnten sich nach
Schnee, doch wiederaufklarendes Wetter und klirrende Kälte stellten sich im Laufe der Nacht ein.
Naturschutz vor Ort
(Anmerkung: Einige Abbildungen von Pflanzen und Tieren können Sie durch anklicken aufrufen; die
Bilder stammen aus anderen Regionen. Interessant ist dabei, dass Flora und Fauna des Feldberges
Ähnlichkeiten mit voralpinen Regionen aufweist; Ähnliches ist auch im Harz zu finden.)
Am nächsten Morgen besuchte uns der Feldberg-Ranger im Naturfreundehaus. In einer sehr lebendigen
und emotionalen Vorstellung erhielten wir alle einen tiefen Einblick in den Naturschutz vor Ort.
Der gesamte Gipfel des Feldberges ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Auf der baumlosen Kuppe
haben sich seltene Alpenpflanzen angesiedelt, die an die extremen Standort- und Witterungsbedingungen
angepaßt sind. Orchideen, wie das Knabenkraut, aber auch Schweizer Löwenzahn, Bärwurz und Arnika
sind hier zu finden. Um die Natur vor dem Touristenansturm zu schützen, wurde ein ausgeklügeltes
Wegenetz angelegt. An den Wegesrändern finden sich kilometerlange Weidezäune. Aber nicht, um das
Vieh auf der Sommerweide, sondern vielmehr um die Menschen auf den Wegen zu halten. Doch nicht nur
das Querfeldeinlaufen ist aus der Sicht des Naturschutzes problematisch. Die Düngung von Wiesen
führt zu einem nichtgewollten Artenrückgang, der Wintersport mit Liftanlagen und Pistenwalzen belastet
Landschaft, Flora und Fauna. Es gibt viele Konfliktfelder zwischen Naturnutzung und Naturschutz,
bei denen der Ranger des Feldberges immer wieder gefordert ist. Trotz aller Probleme hat der
Naturschutz auch Erfolge mit sich gebracht. Auf dem Feldberg sind neben Dachsen, Rehen und Gemsen
eine ganze Reihe seltener Tierarten zu Hause. Dazu gehören Haselhuhn (Ein Witz?) (Ein Bild vom
Haselhuhn) und Haselhahn, Ringdrossel, Tannenhäher, Wasserpieper, Zitronengirlitz, Rauhfußkauz oder
Dreizehenspecht. Aber auch die Alpengebirgsschrecke ist hier zu finden und eine ganz besondere Tierart,
der Badische Riesenregenwurm; er kommt auf der ganzen Welt nur hier vor und ist vom Körperbau her
größer als eine Blindschleiche.
Nach diesen Ausführungen wurde deutlich, in welch sensiblem Naturraum wir uns befanden und wie
stark das eigene Verhalten Natur fördern oder schädigen kann. Die Sinnhaftigkeit, unsere Wanderungen
nur auf markierten Wegen durchzuführen, erhielt damit ein engagierte und profunde Begründung. Und
auch die vom Ranger aufgeworfene Abschlussfrage "Ob ich als Mensch in einem Naturschutzgebiet wie
dem Feldberg die Krone der Schöpfung bin, die alles darf?", stimmte viele von uns sehr nachdenklich.
Das eigene Programm
Nach dem eher "klassischen" Auftaktteil der Maßnahme, Natur und Region näher kennenzulernen,
sollten nun kreative und selbstbestimmte Programmelemente zum Tragen kommen. Ausgangspunkt dafür
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 | Auf Erlebnistour im Schwarzwald |
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war eine Erlebnistour ganz besonderer Art. Unsere Gesamtgruppe teilte sich zunächst per Losentscheid
in zwei Einzelgruppen, die sich selbst die Namen "Holle-Team" sowie "Hänsel & Gretel-Team" gaben.
Ziel war es, dass jede Gruppe eine eigene Wanderung vollkommen selbständig durchführte. Unterwegs
sollten verschiedene Fragen und Aufgaben erdacht und festgehalten werden.
Am Folgetag ging es darum, dass jedes Team den Weg der jeweils anderen Gruppe finden und ablaufen
sollte, um die erarbeiteten Aufgaben und Fragen zu lösen. Vorgegeben wurde lediglich der Zeitrahmen
und eine grobe Orientierungsrichtung beim Start; d.h. die eine Gruppe ging Richtung Westen, die andere
Richtung Nordosten, Treffpunkt war abends wieder das Naturfreundehaus.
Alle waren bei dieser Erlebnistour mit sehr großem Engagement bei der Sache. Anhand von markanten
Punkten und Orten wurden detaillierte Wegebeschreibungen angefertigt. Eine Wanderkarte zur Orientierung
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| Aufgaben werden im Team gelöst |  |
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war damit überflüssig. Die Teamer hielten sich bewusst zurück und hatten eigentlich nur die Aufgabe, bei
extremen Situationen, z.B. falls sich eine Gruppe verirren sollte, einzugreifen. Alle Führungsaufgaben
übernahmen die Jugendlichen selbständig - und natürlich auch die Gestaltung des Programms. Unterwegs
wurden zahlreiche Fragen und Aufgaben für das jeweils andere Team erdacht und notiert. Natürlich
versteckte man an der einen oder anderen Stelle auch Zettel mit Handlungsanweisungen oder besonderen
Tips.
Bemerkenswert war, dass sich viele Aufgaben stark an Inhalten der regionalen und naturkundlichen Einführung
zu Beginn der Maßnahme orientierten. Da wurde beispielsweise nach eiszeitlichen Erscheinungen am Wegesrand
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 | Eine Baumvermessung per Hand |
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gefragt (Antwort: Endmoränen), nach der Pflanze, die auf der Eberesche am Waldrand wächst (Antwort: Flechte),
oder es sollte auf dem Rückweg ein Gedicht erdacht werden, in dem Begriffe wie Schwarzwald, Naturfreundehaus,
Feldberg, Schnee, Toter Mann (Gipfelbezeichnung) etc. vorkamen. Es galt, bestimmte Naturschutzregeln auf
Hinweistafeln am Wegesrand zu notieren oder sogar auswendig zu lernen. Und natürlich mussten viele
Gegenstände von unterwegs mitgebracht werden, die zum Teil mit aufwendigen Basteleinlagen erstellt wurden
(z.B. Segelschiff, Schwarzwald-männchen, Vogelhaus - alles aus Naturmaterialien).
Die Erarbeitung der Erlebnistouren, das Wandern anhand der gegenseitig gegebenen Orientierungshilfen und
natürlich die Lösung der diversen Aufgaben sorgten für eine sehr gute Stimmung. Da die beiden Teams zu
Beginn ausgelost wurden, gab es keine Fraktionen oder Kleingruppen, die besonders auf sich fixiert waren.
Der persönliche Kontakt untereinander wurde deutlich gefördert. Jeder brachte sich in das Geschehen aktiv
ein, und jeder machte mit Spaß an der Sache mit. Dieses positive Gruppenerlebnis war für das Gesamtklima
der Maßnahme außerordentlich gut. Bei einigen war eine zuvor zu beobachtende Zurückhaltung schlagartig
gewichen, ja förmlich aufgebrochen.
Stimmungsvolle Auswertung
Am Ende der Erlebnistouren gab es eine Auswertung in großer Runde. Zunächst ging es darum, den jeweiligen
Wanderweg detailliert vorzustellen und Besonderheiten oder Schwierigkeiten bei der Orientierung zu diskutieren.
Alle Aufgaben wurden noch einmal vorgelesen und die Lösungen präsentiert. Dabei mußten diverse Mitbringsel
vorgezeigt werden. Nicht nur Selbstgebasteltes, sondern auch bestimmte Blätter, Steine, Moose, Wasserproben
und sogar ein Eiszapfen gehörten dazu. Besonders gut kamen die Kreativ-Aufgaben an. Zwei Mädchen trugen
Gedichte unter Verwendung vorgegebener Begriffe vor. Eine Jungengruppe skandierte auswendiggelernte
Naturschutzregeln im Chor. Der Höhepunkt war ein selbstverfaßtes Lied vom Feldberg in drei Strophen,
das nach bekannten Melodien (u.a. Biene Maja, Heidi) sehr schön intoniert wurde. Insgesamt war die Stimmung
hervorragend. Die Erlebniswanderungen hatten allen - auch den Teamern - viel Spaß gemacht.
Eiseskälte, Sterne und Kometen
Ein Problem, mit dem wir im Planungsstadium nicht in der Schärfe gerechnet hatten, war die Kälte. Während
unseres Aufenthalts auf dem Feldberg herrschte überwiegend klares Wetter bei zum Teil eisigen Temperaturen,
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| Natur pur - der Berg ruft, und wir sind schon da |  |
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die tagsüber teilweise unter -10° C lagen. An einigen Tagen frischte der Ostwind sogar zum Sturm auf.
Manche Wanderung konnte daher erst mittags starten. Alle waren vorsorglich mit Winterkleidung ausgerüstet,
doch bestimmte Ansichten über ein unvorteilhaftes Outfit beim Tragen von Mützen gab es schon. Mit leisem
Druck ließ sich aber auch hier die Einsicht vermitteln, dass der Kopfschutz wichtig und kalte Ohren nicht
nur schmerzhaft, sondern auch krankheitsfördernd sein können.
Das eisige Wetter verhinderte leider auch eine längere Nachtwanderung, die wir gern durchgeführt hätten.
Zum Glück konnten wir kurzfristig umdisponieren. Ein Vertreter der Naturschule Freiburg kam abends zu
uns auf den Berg und gab bei klirrender Kälte eine ca. einstündige Einführung in die Welt der Sterne und
Kometen - natürlich draußen, unter einem phantastisch sternenklaren Himmel. Beim anschließenden Tee gab
es eine Ton-Bild-Schau von Planeten und Sternen. Im Anschluss, kurz vor Mitternacht, gings mit Mütze,
Schal und Fernglas gewappnet wieder hinaus, um die Veränderungen der Sternbilder zu betrachten und
Sternschnuppen zu zählen. Es war ein eisiges Vergnügen.
Ausklang
Um nicht nur Bergromantik und Natur kennenzulernen, sondern auch etwas von den Menschen und ihrem Alltag
zu erfahren, gab es am Ende unserer Maßnahme eine Exkursion nach Freiburg. Natürlich gespickt mit einigen
Wandereinlagen. Da wir ganz im Sinne des sanften Tourismus öffentliche Verkehrsmittel benutzten, mußte
zunächst die Strecke vom Naturfreundehaus bis zur nächsten Bushaltestelle per Fußmarsch überwunden werden.
Und abends gings den gleichen Weg wieder bergauf. In Freiburg gab uns Fritz eine kleine Führung. Er
erläuterte nicht nur Sehenswürdigkeiten, sondern ging auch auf die hier einheimischen Menschen und ihre
Geschichte ein. Anschließend erforschten unsere Teilnehmer in Kleingruppen die malerische Innenstadt
Freiburgs. Bummeln und Freizeit waren angesagt. Nach diesem Ausklang näherte sich unaufhaltsam das Ende
unserer Maßnahme. Eine Auswertung im Kreise der Teamer unterstrich nochmals die Sinnhaftigkeit des
gewählten Programmablaufs. Durch die eher konventionelle Einführung in die Region und in die Bereiche
Natur und Naturschutz wurde eine wichtige Basis für die selbst-bestimmten Erlebnistouren bzw. Wanderungen
geschaffen. Bei der praktischen Durchführung, d.h. den Weg selbst finden, Aufgaben stellen und lösen,
fanden sich viele Elemente aus der Einführung wieder. Es war einiges "hängengeblieben", was selbständig
weiterverarbeitet werden konnte. Bleibt zu hoffen, dass die vielseitigen Anregungen in Richtung Natur
und Naturschutz auch über die Maßnahme hinaus bei möglichst vielen von uns ein nachhaltiges Echo
hinterlassen.
Eindrücke
Das Zusammenleben in der Gruppe verlief insgesamt recht harmonisch. Da wir bereits beim
Vorbereitungstreffen einige "Spielregeln" vereinbart hatten, z.B. kein Alkohol- oder Zigarettenkonsum,
war von dieser Seite her Klarheit geschaffen. Drogenprobleme gab es nicht.
Zur guten Grundstimmung trug natürlich auch die Unterkunft und vor allem die Verpflegung bei. Die
Hausleitung hatte nicht nur die eingangs erwähnten "Negativ-Speisen" von der Karte gestrichen,
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 | Beim Wandern blieb auch Zeit zum Entspannen |
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sondern war während unseres Aufenthaltes sehr stark auf Wünsche aus der Gruppe eingegangen. So wurde
der gesamte Speiseplan dementsprechend jugendgerecht umgestellt. Dadurch schmeckte allen das Essen
prima. Am Ende bedankten sich unsere Jugendlichen aus freien Stücken beim Koch, was laut seiner
Aussage nur sehr selten geschieht.
Eindeutig positiv wurden von allen auch die allabendlich stattfindenden Spiele im Gruppenraum bewertet.
Action und Spaß standen im Vordergrund. Das bezog sich auch auf die durchgeführten Wanderungen. Unsere
Teilnehmer waren keine Anhänger längerer Streckenwanderungen, die bei einem bestimmten Zielpunkt endeten.
Erlebnis, Spaß und Gruppendynamik waren der Antrieb für unsere überwiegend durchgeführten
Halbtagswanderungen. Dabei durfte der Begriff "Wandern" möglichst nicht fallen, da er bei einigen - aus
welchen Gründen auch immer- negativ vorbelastet war. Schon bei den Ankündigungen ersetzten wir Teamer
das Wort "Wanderung" durch "Rallye" oder "Erlebnistour" und es gab daraufhin keinerlei
Akzeptanzprobleme - obwohl wir anschließend natürlich alle wanderten.
Rückreise mit Meinungsumschwung und Gesang
Auf der Rückreise von Freiburg nach Mannheim wurde eine Auswertung per Fragebogen durchgeführt. Die
Eindrücke waren zu diesem Zeitpunkt noch frisch. Außerdem gab es auf der Bahnreise genug Zeit, die
einzelnen Punkte in Ruhe zu beantworten.
Der Aufenthalt im Schwarzwald wurde insgesamt positiv bewertet. Verschiedenste Gründe, wie das gute
Essen, die nächtliche Sternkunde, die abendlichen Spiele, das abwechslungsreiche Programm und vieles
andere mehr gehörten dazu. Im Vergleich zur Umfrage beim Vorbereitungstreffen hatte sich das Meinungsbild
zum Thema Wandern deutlich verändert. War vor Maßnahmebeginn noch rund ein Drittel der Teilnehmer
ablehnend eingestellt, so ergab die Endbefragung, dass das Wandern letztlich nur einer Person nicht so gut
gefallen hatte. Alle anderen äußerten sich zufrieden bis sehr positiv. Ein wichtiger Beleg dafür, dass
unsere Bemühungen, das Wandern für Teenies attraktiver zu machen, offensichtlich erfolgreich waren.
Auf der Zugfahrt nach Hause wurde allseits der Wunsch geäußert, sich in einigen Wochen noch einmal zu
treffen, um Fotos und Erlebnisse auszutauschen, sich wiederzusehen und noch einmal etwas gemeinsam zu
unternehmen. Wir verabredeten für das angeregte Nachbereitungstreffen einen Wochenendaufenthalt im
Pfälzer Wald.
In Mannheim angekommen, verließ unsere Gruppe schwerbepackt den Eurocity und wanderte singend auf dem
Bahnsteig - das selbstverfaßte Lied "Feldberg, Feldberg im Sonnenschein" auf den Lippen - in Richtung
Bahnhofshauptgebäude. Einige Reisende guckten ein wenig irritiert. Andere schüttelten etwas fassungslos
den Kopf. Jugend ist und bleibt für viele wohl immer ein besonderes Phänomen.
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