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Kunstvideo-WorkCamp
(Nationalpark Bayerischer Wald/Sumava)

WALD – BEWEGUNG UND RUHE einer gemeinsamen Heimat
PC & Videospielbegeisterte Jugendliche aus dem Dreiländereck D-CZ-A treffen sich im Urwaldgebiet des Nationalparks Bayerischer-Wald / Sumava. In Abgeschieden-heit, fern von allem Luxus treffen sich die Teilnehmer/Innen in der ursprünglichsten Form der Heimatregion: direkt im Wald am Dreiländereck. In den ersten Tagen der Begegnung soll ein neues Bewusstsein für die Zusammengehörigkeit entstehen. Neben der Waldregion geht es darum, weitere Gemeinsamkeiten der drei Länder innerhalb des Themas „ZeitSchneise – in Bewegung“ zu entdecken.

Durch Reflektion dieser Fragestellung bleibt es nicht bei der emotionalen Benennung europäischen Miteinanders durch gemeinschaftliches Erleben, sondern wird um sachlich-thematische Wahrnehmung infolge der konkret benannten und auf Sach-ebene diskutierten Erlebnisse ergänzt. Daraus ergibt sich ein ganzheitlicher Lern-prozess europäischen Miteinanders, der Nachhaltigkeit des Lernergebnisses gewährleistet und sowohl erlebnishaft als auch zielorientiert wahrnehmbares Gemeinschaftsgefühl anspricht. Neben den eben beschriebenen persönlichen Lernergebnissen der Teilnehmer werden soziale Lernprozesse in gleicher Weise beeinflusst.

MEDIENPÄDAGOGIK IM WALD
Durch die pädagogisch angeleitete Einbindung der Mediennutzung während der Jugendbegegnung im Wald wird das "Er-Leben" in freier Natur zu einem realen Abenteuer, welches die Wahrnehmungsfähigkeit und Sensibilität der Teilnehmer/innen auf natürliche und wirkliche Umgebungsabläufe verbessern soll. In Expeditionen durch verlorene Schluchten und tiefe Wälder entstehen zusammen mit den pädagogischen Leitern Ideen für ein Storyboard (Drehbuch).

Die Camera dient dabei als Arbeitsgerät. Sie ist methodisches Werkzeug, um die Umgebung, sich Selbst und die anderen Camp-Teilnehmer auf Band festzuhalten, Geschehnisse und Emotionen im Fokus zu behalten und zu archivieren. Das künstlerische Bearbeiten der Videobänder am Schnitt-PC ermöglicht einen wiederholten intensiven Umgang mit den Erlebnissen der Gruppe.

Das WorkCamp bietet Kontakte und Freundschaften mit Gleichgesinnten, mit jungen Menschen die sich für Medienarbeit interessieren und soll sich evtl. in Form einer Video- / Filmgruppe im Dreiländereck weiterentwickeln.

ZEIT SCHNEISE – IN BEWEGUNG
Rat der Zeit, Vollmond, Zeitlinie, Winterschlaf, nachtaktiv, Jahresring…
Die Natur hat ihre eigenen Zeitformen und Zeitgestalten. Von Urzeit zur Uhrzeit vergeht die Zeit und bleibt: rhythmisch, zyklisch, unwiederbringlich. Die Zeit ist in uns – wir sind in der Zeit. Wir erfahren sie durch unseren Atem, unseren Herzschlag, wachend und schlafend, erinnernd und voraus denkend, als schöpferischen Augenblick oder Langeweile – unser Leben lang: LebensZeit.
Zeit nehmen wir wahr durch Veränderung und Bewegung – Wachstum und Altern.

In diesem Workcamp werden natürliche Zeitabläufe künstlerisch erforscht. Der erlebten Zeit ein gestalterisches „Gesicht“ geben. Mit der Zeit künstlerisch arbeiten heißt, dem Prozess selbst, der Veränderung und Vergänglichkeit besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Wir nutzen Zeitabläufe für die künstlerische Gestaltung, erforschen natürliche Zeitbewegungen. Dabei arbeiten wir mit Materialien, die sich in kurzen Zeiträumen verändern: Blätter die verwelken, Erde die trocknet, morsches Holz,… aber auch mit Zeichnungen und Bildern. Diese Arbeiten setzen wir den Naturprozessen aus. Vollendet sie die Zeit oder zerstört sie die Werke?

Erarbeitet werden Schattenwanderungen und Windzeichnungen. Zeitabläufe werden durch Kunst sichtbar, welche wir mit der Videokamera aufzeichnen.

MOMENTAUFNAHMEN – ZEITGEFÜHL
Wir werden mit unterschiedlichen Zeitbedingungen künstlerisch experimentieren.
  • Dämmerungsskulptur oder Mitternachtskunst: Zu unterschiedlichen Zeiten am gleichen Ort erarbeiten wird uns die Qualität von Tageszeiten und machen sie uns bewusst.
  • Sekundenwerk und Stundenblatt: Wir arbeiten in festgelegten Zeiträumen und nehmen wahr, wie wir diese erleben und was in ihnen entsteht.
  • In der Gruppe arbeiten wir gleichzeitig, nacheinander oder periodisch: Vom Beginn eines Werkes hin zu seinem Höhepunkt und weiter bis zu seinem Verschwinden.
Dieses künstlerische Aufgreifen macht „Zeit“ quantitativ und qualitativ erlebbar und führt zu einem bewussteren Umgang mit ihr. Man braucht keine Vorkenntnisse, nur die Bereitschaft sich auf die Natur und den künstlerischen Prozess einzulassen.

Die sprachliche Verständigung während des Programms wird in Englisch erfolgen. Eine Verständigung der Teilnehmer wird dadurch sichergestellt, da sich das Programm zum einen an Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren richtet, die bereits Erfahrungen im Umgang mit der englischen Sprache haben. Ein Leiter verfügt darüber hinaus über muttersprachliche Kenntnisse in Tschechisch und Deutsch und steht den Jugendlichen bei Bedarf helfend zur Seite.

Die Begegnung in völliger Abgeschiedenheit in der gemeinsamen Heimat unter dem „grünen Dach Europas“, der Waldlandschaft im Nationalparkgebiet Bayerischer Wald-Böhmerwald bietet einen Ort, an dem man kulturelle, besser gesagt wirtschaftlich-soziale Unterschiede nicht so schnell feststellen kann.

So begegnen sich die Teilnehmer mit wenig Ausstattung um ein gemeinsames „Camp-Dorf“ zu errichten. Als Siedler verschiedener Stämme sozusagen, die gemeinsam für eine Woche in die Zukunft blicken und voneinander lernen müssen. Durch gemeinsames Erleben von Herausforderungen und eigenen Grenzen in der Natur, wird die Gruppe schnell als wichtigstes, tragendes Element erkannt und die gemeinsame Verantwortung gespürt und gelebt. Die individuellen, mitgebrachten Ressourcen der Teilnehmer/innen werden dabei bewusst aktiv miteinbezogen und genutzt. So wird untereinander und voneinander gelernt. Die Campleiter inszenieren lediglich subjektiv herausfordernde Erlebnisse und stehen als Begleiter innerhalb des Teams zur Verfügung.

In dieser Jugendbegegnung soll das Verständnis der TeilnehmerInnen für kulturelle Eigenheiten und Gemeinsamkeiten sowie die Sprache des anderen dadurch angeregt werden, dass die Gruppe
  • ein gemeinsames Thema erarbeitet und die Perspektive des jeweiligen eigenen Landes mit einbringt
  • in einer gemeinsamen Unterkunft wohnt und für diese, sowie für die Verpflegung verantwortlich ist
  • ihren Alltag gemeinsam organisiert und gestaltet, u.a. ihre Mahlzeiten gemeinsam
selbst zubereitet sowie die Erkundungen und das Kennen lernen der sozialen, politischen und kulturellen Gegebenheiten ihrer Umwelt mit Unterstützung der LeiterInnen selbst erarbeitet.

Ziel des Projekts ist es den TeilnehmerInnen aus Deutschland und dem Ausland die Gelegenheit zu bieten, ohne Vorurteil in das Camp zu gehen und im zweiten Schritt Einblicke in die Lebenswirklichkeiten des jeweils anderen zu gewinnen, daraus persönlich zu lernen und Freundschaften aufzubauen. Das so stattfindende interkulturelle Lernen soll gegenseitige Vorurteile abbauen helfen und auf diesem Wege zur Völkerverständigung beitragen.

Kontakt:
USG e.V.
Jugendkulturverband Niederbayern / Verband für kulturelle Bildung D-CZ-A
Geyersberger Straße 17
94078 Freyung
fon: 08551 9148-45
fax: 08551 9148-46
web: www.woodart-online.de/usg/index.htm
mail: info@usg-online.de