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Großschutzgebiete


Was versteht man unter Großschutzgebieten?

Großschutzgebiete sind geschützte Kultur- und Naturlandschaften, die die Lebensräume von Mensch und Natur bewahren und entwickeln sollen. Sie schaffen Erfahrungsräume für ein unmittelbares Erleben von Natur und bieten einmalige Anschauungsbeispiele für Umweltbildung und Forschung. Die Großschutzgebiete erhöhen die Attraktivität ihrer Region und wirken damit als wichtiger Wirtschaftsfaktor für die regionale Entwicklung (Europarc Deutschland 2002). In Deutschland existieren zur Zeit über 100 Großschutzgebiete.

EUROPARC-Deutschland: Dachleitbild Großschutzgebiete

Welche Schutzgebietskategorien gibt es?

  • Nationalparke sind großräumige Gebiete von besonderer Eigenart, die sich in einem vom Menschen nicht oder nur wenig beeinflussten Zustand befinden oder geeignet sind, sich in einen Zustand zu entwickeln oder in einen Zustand entwickelt zu werden, der einen möglichst ungestörten Ablauf der Naturvorgänge in ihrer natürlichen Dynamik gewährleistet. Nicht das Bewahren oder Wiederherstellen eines bestimmten Zustandes ist das vorrangige Ziel, sondern das Zulassen von Veränderungsprozessen nach dem Motto "Natur Natur sein lassen". Nationalparke sind wichtige Rückzugsgebiete für Tiere und Pflanzen und damit unverzichtbar für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Sie dienen daneben auch der Forschung und, soweit es der Schutzzweck erlaubt, auch der Erholung. In Deutschland existieren momentan 13 Nationalparke, die ca. 2% der Landesfläche (davon 3/4 Wasser- und Wattflächen) einnehmen.

EUROPARC-Deutschland: Leitbild Nationalparke

  • Biosphärenreservate sind einheitlich zu schützende und zu entwickelnde Gebiete, die großräumig und für bestimmte Landschaftstypen charakteristisch sind. Es handelt sich um national wie international repräsentative Modellregionen, in denen mit der ansässigen Bevölkerung ein dauerhaft umweltgerechter Umgang mit natürlichen Ressourcen erarbeitet und umgesetzt wird. Die derzeit 14 deutschen Biosphärenreservate nehmen 2,7% der Landesfläche ein. Sie sind Teil eines weltweiten Netzes von 390 Gebieten, die von der Weltkulturorganisation (UNESCO) im Rahmen des Programms "Der Mensch und die Biosphäre" (MAB) anerkannt wurden.

EUROPARC-Deutschland: Leitbild Biosphärenreservate

  • Naturparke sind großräumige Kulturlandschaften, die einheitlich zu entwickeln und zu pflegen sind und sich wegen ihres landschaftlichen Reizes besonders für die Erholung eignen. Ein naturverträglicher Tourismus ist wichtiger Bestandteil der nachhaltigen Regionalentwicklung in diesen Gebieten. In Deutschland existieren zur Zeit 92 Naturparke (24 % der Landesfläche).

VDN: Leitbild Naturparke

Abgrenzung Biosphärenreservat - Nationalpark
Der Nationalpark bildet neben dem Biosphärenreservat eine zweite internationale Gebietskategorie zum Schutz großflächiger Landschaftsräume. Beide Kategorien unterscheiden sich durch ihre unterschiedliche Schwerpunktsetzung: Der Nationalpark soll vornehmlich dem Schutz von Naturlandschaften, Tieren und Pflanzen dienen, während im Biosphärenreservat die Nutzung von Landschaften und somit die Beziehung zwischen Mensch und Natur im Mittelpunkt steht. Bestehende Kulturlandschaften sollen durch Nutzung erhalten, neue Kulturlandschaften durch die Entwicklung nachhaltiger Nutzungsformen entwickelt werden (Europarc Deutschland 2002).